FMEA

Fehler-Möglichkeits- und -Einfluß Analyse (FMEA)

Die Fehler-Möglichkeits- und -Einfluß Analyse (FMEA) ist ein Verfahren zur systematischen und qualitativen Bewertung der potentiellen Schwachstellen eines Systems. Sie ist in der deutschen Norm DIN 25448 definiert. Der erste Schritt einer FMEA ist eine Unterteilung des Systems in seine Baueinheiten (z.B. Systeme, Komponenten, Baugruppen, Bauelemente) oder Prozessschritte . Führt man die FMEA funktionsorientiert durch (also auf der Basis von Baueinheiten), ist es hilfreich, außerdem die Funktion des Bauelementes für das Gesamtsystem zu beschreiben.

Im zweiten Schritt wird jede Baueinheit beziehungsweise jeder Prozessschritt auf mögliche Fehler untersucht. Für jeden potentiellen Fehler wiederum sind die möglichen Ursachen und Konsequenzen (Folgen) zu bestimmen. Hilfreich hierfür kann eine vorausgegangene FBA sein. Zu jedem dieser drei Elemente ist weiterhin eine Risikozahl anzugeben. Diese Zahl (üblicherweise eine natürliche Zahl zwischen 1 und 1000) stellt eine quantitative Bewertung des Risikos aufgrund der Entdeckungswahrscheinlichkeit (eines Fehlers), der Auftrittswahrscheinlichkeit (einer Ursache) oder des Schadensausmaßes (einer Konsequenz) dar. Eine niedrige Zahl kennzeichnet dabei ein geringes und eine hohe Zahl ein großes Risiko.


In einem Formblatt werden alle Kombinationen aus Fehler, Ursache und Konsequenz für jedes Bauteil beziehungsweise jeden Prozessschritt eingetragen. Aus den drei Risikozahlen wird anschließend für jede Kombination eine Risiko-Prioritäts-Zahl (RPZ) durch Multiplikation errechnet. Die RPZ ist ein Anhaltspunkt für die Schwere der zugehörigen Fehler, deren Ursache und Konsequenz-Kombination.

Abhängig von der RPZ können risikomindernde Maßnahmen notwendig sein. Für die Konzeption solcher Maßnahmen gelten dabei Gestaltungsgrundsätze, die auch in verschiedenen Normen festgehalten sind. Diese können dann ebenfalls in das Formblatt eingetragen werden. Für den durch die Maßnahmen verbesserten Zustand wird dann eine neue RPZ aus den geänderten Risikozahlen berechnet und in das Formblatt eingetragen.