FBA

Fehlerbaumanalyse (FBA)

Die Fehlerbaumanalyse (FBA) analysiert die Ursachen, die zu einem unerwünschten Ereignis führen. Als unerwünschtes Ereignis kann dabei sowohl der Ausfall einer Systemkomponente als auch das Eintreten eines sicherheitskritischen Zustands definiert werden. Ausgehend von diesem Ereignis werden dann alle Ereignisse, Zustände und deren Kombinationen gesucht, die zu diesem Ereignis führen. Diese werden, verknüpft mit boolschen Operatoren, als Vorgänger zum unerwünschten Ereignis eingetragen. Alle Vorgänger, die nicht ein elementares Ereignis darstellen, werden anschließend in gleicher Weise in ihre Ursachen zerlegt. Sind alle Ereignisse in ihre elementaren Ursachen zerlegt, zeigt der Fehlerbaum alle Fehlerpfade, die zu einem definierten unerwünschten Ereignis führen.

Ein auf diese Weise erstellter Fehlerbaum kann anschließend durch Auflösen in minimale Schnittmengen ausgewertet werden. Dies sind kleinstmögliche Kombinationen von elementaren Ereignissen, die zum unerwünschten Ereignis führen. Sie sind als vordringlich kritisch anzusehen. Für den Fall, dass jeder elementaren Ursache eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann, kann der Fehlerbaum auch quantitativ ausgewertet werden. Hierfür definiert DIN 25424 für jede der boolschen-Verknüpfungen eine Formel, mit der aus den Vorgängern eine Auftrittswahrscheinlichkeit für das Folgeereignis berechnet werden kann.
 

Hierbei wird vorausgesetzt, dass die elementaren Ursachen statistisch unabhängig sind. Diese Annahme ist jedoch korrekt, da sie andernfalls im Fehlerbaum mit entsprechenden Operatoren verbunden sein müssten. Konsequent fortgeführt erhält man so am Ende die Auftrittswahrscheinlichkeit aller beteiligten Zustände inklusive des unerwünschten Ereignisses.